Pfarrer Dr. Karl-Heinz Bassy

Kurze Biografie

Geboren 1963 im damals noch sehr ländlichen Hennef / Sieg, wo der Kontakt zu Tieren (vom Goldhamster bis zu den Kühen auf der Weide jenseits des kleinen Bachs mit seinen winzigen Fischen) mehr als nahelag. Langjährige Tätigkeit im Rettungsdienst. Studium der evangelischen Theologie, Religionsgeschichte und Ägyptologie in Bonn, Marburg und Wuppertal. Promotion im Fach « Altes Testament » mit einer forschungsgeschichtlichen Arbeit über die Weisheitspsalmen. Seit 1993 Pfarrer und Notfallseelsorger in Mönchengladbach

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Was macht das Tier zum Tier?

Von der Würde des Lebewesen

Würde sei der Anspruch auf Achtung, meinte Bernhard Vogel. Würde sei „Selbstzwecklichkeit“, meinen die Philosophen. Der Gedanke oder gar nur das Postulat einer Würde verhindere, daß ein Lebewesen verdinglicht oder zur Zweckerfüllung gegenüber einem anderen erniedrigt werde. In der zwischenmenschlichen Interaktion ist das (leider) noch nie eine Selbstverständlichkeit gewesen, in der Beziehung zwischen Mensch und Tier erst recht nicht. Der auf philosophisch und theologischen Spuren wandelnde Vortrag versucht Wege für einen artgemäßen und damit angemssenen Umgang zwischen Mensch und Tieren aufzuzeigen. So stellt bereits die – scheinbar harmlose – Frage, ob die durch einen Menschen vollzogene Namensgebung eines Tieres nicht bereits einen Übergriff darstelle, das Dilemma dar: Gibt es überhaupt interesselose Interaktion zwischen Mensch und Tier? Und ist gar alle Interaktion interessegeleitet und „kratzt“ somit an der „Würde“ eines anderen Lebewesens? Wobei sich die Unschärfe des Würdebegriffs erweist, die gerade das rettet, was sie zu gefährden scheint: Denn „Würde“ ist etwas, das jedem Lebewesen zukommt ohne daß sie eigens begründet werden muß. Und wenn, dann ist sie eine abgeleitete, sekundäre Größe, die selber einer Objektivierung ihres Trägers Vorschub leistet. Womit sich zwingend die Frage stellt, woher sich überhaupt eine Menschen- und erst recht eine Tierwürde begründen lassen.